Das Dinner und die Haggis-Zeremonie
Die vier Gänge und die erklärte Haggis-Zeremonie
Was tatsächlich auf den Tisch kommt und was geschieht, wenn Robert Burns' „Address to a Haggis" rezitiert wird.
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| Gang | Was es ist |
|---|---|
| 1 | Cullen Skink — Suppe aus geräuchertem Schellfisch, Kartoffeln und Zwiebeln |
| 2 | Räucherlachs mit Haferflockenkuchen |
| 3 | Haggis, unter Dudelsackklängen hereingetragen und vor dem Servieren angesprochen |
| 4 | Cranachan — Sahne, Whisky, Haferflocken und Himbeeren |
Cullen Skink zum Auftakt
Das Dinner beginnt mit Cullen Skink, einer sämigen Suppe aus geräuchertem Schellfisch, Kartoffeln und Zwiebeln, die ihren Namen dem Fischerstädtchen Cullen an Schottlands Moray-Küste verdankt. Serviert wird sie ab 19 Uhr, während der Saal noch in seinen Tischen ankommt, und sie ist als wärmender, gehaltvoller Auftakt angelegt, nicht als leichter Einstieg – es folgen schließlich noch drei weitere Gänge und neunzig Minuten Tanz.
Räucherlachs mit Haferkeksen
Der zweite Gang kombiniert schottischen Räucherlachs mit Haferkeksen – ein schlichterer, kühlerer Teller, der der Küche Luft verschafft vor dem großen Auftritt des Abends. Haferkekse gehören zu den ältesten Grundnahrungsmitteln der schottischen Tafel – schlichte, herzhafte Biscuits, traditionell aus Hafer statt Weizenmehl gebacken – und ihr Auftritt hier ist eine kleine, bewusste Hommage an die ältere schottische Küche, keine beliebige Beilage.
Die Haggis-Zeremonie
Der Hauptgang ist Haggis, und er kommt nicht einfach an den Tisch – er wird feierlich in den Saal geleitet und zuerst angesprochen. Robert Burns schrieb 1786 „Address to a Haggis", eine Ode an das Gericht in schottischem Dialekt, und das vollständige Gedicht wird vorgetragen, bevor der Haggis angeschnitten und serviert wird. Die Rezitation umfasst den Moment, in dem das Gericht bei der Zeile „His knife see rustic Labour dight" zeremoniell geöffnet wird – der Augenblick, in dem die meisten Säle den lautesten Applaus des Abends spenden.
Was Haggis tatsächlich ist
Haggis ist ein herzhafter Pudding aus Schafsinneren, Haferflocken, Nierenfett und Gewürzen, traditionell in einem Schafsmagen gegart (moderne Varianten verwenden meist eine künstliche Hülle). Serviert wird er üblicherweise mit „Neeps and Tatties" – pürierten Steckrüben und Kartoffeln – als Beilage, was dem Teller seine vertraute dreiteilige Form gibt.
Cranachan zum Abschluss
Cranachan beschließt das Mahl: geschlagene Sahne, ein Maß Whisky, geröstete Haferflocken und Himbeeren, geschichtet statt vermischt. Ein Dessert, das auf Kontrast gebaut ist – das Knacken des Hafers gegen die Zartheit der Sahne – und, wie der Rest des Menüs, ein genuinely traditionelles Gericht statt einer modernen Neuerfindung für Touristen.
Hinweise zur Ernährung
Das servierte Menü ist auf Fleisch, Fisch und Milchprodukte ausgelegt. Wenn Sie eine vegetarische, vegane oder allergenangepasste Version eines Gangs benötigen, geben Sie dies bitte bei der Buchung an und nicht erst bei der Ankunft – eine Küche, die für den gesamten Saal einen festen Dinner-Service fährt, braucht die Vorlaufzeit, um für jeden Gang eine Alternative vorzubereiten.